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(März 2001)

Britt Hagen

und tschüss nach "Sag adieu"

von Wälz Studer

Zwei Monate lang hielt sich 1961 der Titel "Sag adieu" in den deutschen Charts. Die Sängerin Britt Hagen kündigte dennoch kurz darauf den Plattenvertrag und nahm einen Job als Bandsängerin in Berlin an. Heute ist sie im Immobiliengeschäft tätig.

Britt Hagen

Die großen Nachwuchswettbewerbe der Ariola Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre ermöglichten manchem Künstler den Zugang ins Schaugeschäft. Zu ihnen zählt Britt Hagen. Sie belegte 1959 den dritten Platz und wurde mit einem Plattenvertrag belohnt. Einen Erfolg, den der damals 16jährige Teenager nicht mit letzter Konsequenz gesucht hatte.

Brigitta Klingenhagen, geboren am 22. Februar 1944 in Bad Oeynhausen, nahm Gitarrenunterricht und trällerte dazu die gängigen Hits. Ein Bekannter der Familie drängte sie, am Nachwuchswettbewerb der Ariola teilzunehmen. "Ich wollte damals gar nicht Sängerin werden", erinnert sie sich an jene Zeit. Die Ariola wollte sich eine solche Stimme jedoch nicht entgehen lassen und nahm schon 1959 mit "Bon Voyage" eine erste Single mit dem Girl auf. Die Produktionsleitung lag bei Willy Hoffmann. Der Erfolg stellte sich 1961 mit der dritten Single ein. Britt Hagen sang unter der Ägide von Willy Hoffmann die deutsche Fassung von "Petite Fleur" ein, das in Frankreich in der Fassung von Danielle Darrieux ein Riesenhit war. Bei Britt Hagen hieß die Nummer "Sag adieu". Sie entwickelte sich zu einem beachtlichen Hit und war sogar international erfolgreich. In Deutschland war die Nummer zwei Monate lang in der Hitparade klassiert. Sie erreichte Platz 40.

Wie Britt Hagen in einem Interview mit dem Schweizer Sender "Radio Munot", der in Schaffhausen stationiert ist, sagte, lief die Nummer auch in den USA und in Skandinavien. "Was sie selbst erstaune, da ihre Stimme damals gar noch nicht überragend geklungen habe", meinte sie weiter.

Britt Hagen zog 1962 von Bad Oeynhausen nach Berlin. Sie nahm in der Folge noch eine Single auf. Produzent von ...... denn er nannte sie Lady" war Nils Nobach. Nobach versuchte Britt Hagen auf Angèle Durand zu trimmen. Damit war Britt Hagen nicht einverstanden, weshalb sie den Plattenvertrag kündigte. Im Interview mit Radio Munot sagt Britt Hagen auch, dass sie nicht allein auf der Bühne stehen wollte und eine Team-Playerin sei, weshalb sie eine Karriere als Bandsängerin anstrebte.

1964 erschien auf Vogue nochmals eine Single mit einer Sängerin namens Britt Hagen. Produziert hat die Nummern "Am Golf von Mexiko" und "Fiesta Cubana" Gilbert Obermair. Bei der Sängerin handelt es sich um eine Interpretin, die bürgerlich Brigitte Wredenhagen heißt. Die richtige Britt Hagen hat gegen die missbräuchliche Verwendung ihres Namens geklagt. Britt Hagen war damals noch als Sängerin aktiv.

Ab 1964 wirkte sie als Sängerin bei der Band von Hajo Döring in Berlin mit. Sie war bei Dörings Orchester bis 1988 als Sängerin tätig. Während dieser Zeit war sie mehrmals in London bei Shows der BBC zu Gast, weil ein Produzent der BBC bei einem Auftritt in einem Berliner Club Gefallen an ihr hatte. In der ganzen Zeit als Bandsängerin bei Hajo Döring sind keine Platten mehr entstanden. 1988 zog sich Britt Hagen aus dem Schaugeschäft zurück. Heute ist Britt Hagen zusammen mit ihrem Mann im Immobiliengeschäft tätig.